Saint-Tropez Vice

Saint-Tropez Vice ★★★½

Sévérine (Wanda Mendres) möchte Model werden, doch sie wird von ihrem schmierigen Freund an einen Mädchenhändlerring verkauft. Ihr Onkel lässt daraufhin seine Beziehungen spielen, um die entsprechende Spezialeinheit der Polizei das Mädchen befreien zu lassen.
„Police des moers“ beruht auf einer gleichnamigen erotischen Krimiromanreihe, deren Titel unter dem Sammelpseudonym Pierre Lucas veröffentlicht wurden, hinter dem sich vier unterschiedliche Autoren verbargen. Ebenso unterschiedlich soll auch die Qualität der einzelnen Romane gewesen sein.
Bei dieser französischen Verfilmung erwartet einen genau das, was auch die Romane versprechen. Eine dünne Handlung mit einer Unzahl von Protagonisten führt durch gekonnt umgesetzte Softcore-Szenen, die das solide Budget verraten. Dass man es dennoch mit Hochglanz-Trash zu tun hat, verraten die Dialoge, die man insbesondere den Polizisten in den Mund gelegt hat.
Altstar Henri Porier agiert als Kommissar Griffon, begleitet von einem Sonny Crockett-Verschnitt, gespielt von Schauspieler und Sänger Yves Jouffroy (Domino sucht die Liebe). Der weiblichen Kollegin rutschen im Finale bei einer Verfolgungsjagd unvermittelt die Brüste aus der Bluse, aber hey, das bleibt so, sieht man ja dauernd bei der Polizei.
Einen der sadistischen Handlanger darf Pierre Londiche zum Besten geben, schon seit den frühen 70ern ein überzeugender TV-Darsteller. Erwähnenswert als Bösewichter-Paar wären natürlich noch der Ex-Nazi Gurtner (René Roussel) und seine Frau, er mehr Männern zugetan, sie mehr den Frauen, es sei denn, sie machen zusammen einen Dreier. In einer Sexszene ist auch Renate Langer zu sehen, die Roman Polanski 2017 nachträglich einer mutmaßlichen Vergewaltigung von 1972 beschuldigte.
Hinter der Kamera – wenig überraschend – Namen aus dem Porno-Business wie eben Regisseur Jean Rougeron (Pseudonym), Michel Caputo (Rougeron?) und als DOP Gérard Loubeau.