Jupiter Ascending

Jupiter Ascending ★★★½

Final Frontier – The SPACE Charts
2015 - Movie Charts

Techno-Fairytale

Weder Publikum noch Fachpresse waren besonders gnädig mit dem Versuch der Wachowskis eine eigene Weltraum Oper auf die Beine zu stellen. Das World Building sei verrückt, unnahbar, die eigentliche Story zu simpel und die Hauptfiguren zu langweilig. Dazu kommt ein eher schwaches Timing, im selben Jahr wie die Rückkehr von „Star Wars“ auf die große Leinwand gestartet, in einen eher unattraktiven Februar Start Slot gelegt, von einem Studio das wahrscheinlich auch nicht viel Hoffnung in den überbordenden Unsinn hatte.

Klar ist, Mila Kunis und Channing Tatum bleiben ein leiser Schwachpunkt. Aber im Grunde auch nur, weil anders als beim Weltenbau, die Macher nichts Originelles mit ihnen anzufangen wussten. Eine Prise „Cinderella“ hier, ein Müh „Die Schöne und das Biest“ und ganz viel Luke Skywalker. Gesehen hat man das schon mal alles, aber eine eigene Identität lässt sich dadurch nicht gewinnen. Falsch machen Kunis und Tatum dabei gar nicht so viel. Ihre Chemie ist in Ordnung und man kriegt genug Background mitgeliefert, um Entscheidungen nachzuvollziehen. Nur richtig interessant wird es nie und im Gegensatz zum restlichen Irrsinn des Films, verblassen die Hauptfiguren einfach viel zu sehr.


Jupiter Rising

Ich kann mich erinnern, dass ich bei den Effekten von „Jupiter Ascending“ dachte, dass ein Star Wars 7 sich daran messen lassen müsste. Gut, jetzt hat den Film kein Schwein interessiert, aber die Panoramen und die CGIs sind durch die Bank großartig. Gerade die Space Szenen besitzen eine majestätische Schönheit, insbesondere die Szenen in der Umlaufbahn des Jupiter.

Bei all der visuellen Pracht, die Actionsequenzen leiden unter einem recht typischen Wachowski Problem. Sie sind unübersichtlich, nicht unbedingt wild geschnitten, aber es fehlt bei all dem Effektfeuerwerk an etwas Klarheit. Man schaltet relativ schnell ab, wenn man versucht den wilden Verfolgungsjagden zu folgen. Zu viel Gewusel passiert von Frame zu Frame. Das ist schade, geht bei der sonstigen technischen Qualität etwas an Schauwert verloren.


Dinosaur to New Heights

Beim World Building macht der Film sehr viel mehr richtig und es ist der Grund warum gerade Sci-Fi Fans trotz aller Unkerei mehr als nur bedenkenlos zugreifen können. Natürlich machen die Wachowskis keinen Hehl aus ihren Inspirationsquellen. Sei es Isaac Asimovs „Foundation“ (schaut unbedingt die Apple+ Serie!), natürlich „Star Wars“ oder Tolkien. Die Dichte und die Themenfülle, die sich dabei aufbaut, sucht in den 120 Minuten allerdings seinesgleichen. Da kann schon mal die Verwirrung einsetzen, zwischen dem Gerede von Bienen, Dinosauriern, Genetische Linien und Technologie, die wie Zauberei anmutet. Aber es ist das was „Jupiter Ascending“ trotzdem seine Faszination verleiht und es ist bedauerlich, dass nahezu niemand mehr von diesem Universum sehen wollte. Zu mindestens gemessen an Einspielzahlen und dem Groß der Reaktionen.

Was allerdings bei all dem, vor allem technologischen, Weltenbau fehlt und da spielt auch das Problem mit den Protagonisten rein, ist einfach diese Prise Magie und Verzauberung, die ein so abgehobenes Sci-Fi / Fantasy Spektakel benötigt. Einfach ein bisschen Herz und Seele, der Funke, der nicht ganz so überspringen will. Und natürlich sorgen gewisse Konzepte für mehr ungewollte Komik als sie eigentlich sollten. Bestes Beispiel dürfte Eddie Redmayne sein, der eine absolute Love it or hate it (Team Love it) Performance abliefert.


Fazit

Ungeheuer ambitioniert, sehr faszinierend und doch fehlt es an der schwer festzumachenden Kleinigkeiten, die das Space Abenteuer in etwas wirklich Besonderes verwandelt. Trotzdem für mich immer noch einer der besten Wachowskis und ein überzeugender Ideenfundus für jeden Genrefan.

Final Frontier – The SPACE Charts
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