The Father's Shadow

The Father's Shadow ★★★★½

/slash Filmfestival - Die Zehnte:


Liebe Leute, schreibt euch bitte irgendwo den Namen von Gabriela Amaral Almeida auf! Nachdem FRIENDLY BEAST beim letztjährigen /slash bereits eines meiner zwei großen Highlights war (und nach dem Rewatch im Sommer ein 5 Sterne Film wurde), zeigt sie nun mit THE FATHER'S SHADOW, dass sie keine Eintagsfliege ist.

Nach dem Tod der Mutter schleppt sich Vater Jorge nur noch katatonisch durch die Tage, während Tochter Dalva Voodoo und Schwarze Magie für sich entdeckt und hofft dadurch ihre Mutter irgendwie wieder aus dem Reich der Toten zurückholen zu können. Ständig umgeben von der Tristesse, sei es auf der Arbeit am Bau, in der Schule oder in den zweckdienlich eingerichteten eigenen vier Wänden, versucht man die neue Lebenssituation irgendwie zu realisieren und Wege zur Trauerbewältigung zu finden. Soll man der Gattin ins Jenseits folgen, sich selbst mit unbehandelten Wunden und dem dadurch verbundenen Schmerz bestrafen, oder doch eher versuchen irgendwie das Elend auszusitzen? Lohnt sich ein Kampf gegen die Trauer, oder akzeptiert man eher das schwere Schicksal?

Gespickt mit messerscharfen Beobachtungen, wieder mal nicht mit Kritik an der priviligierten Rasse sparend und mit einzelnen lauten Ausbrüchen aus der Lakonie des viel zu schweren Alltags, gelang es Frau Almeida einen der intensivsten Filme dieses Jahres zu zaubern.

Ich weiß, dass ich mich wiederhole, aber BITTE - merkt euch gefälligst ihren Namen und kauft blind ein Kinoticket, wenn ihr auf einem Kinoplakatt jenen lest. Egal wie man danach zu den Filmen steht, kalt lassen werden sie euch ganz bestimmt nicht.