Harakiri

Harakiri ★★★★★

Eine Dekonstruktion und kritische Abrechnung mit dem Samurai-Mythos und dem rituellen Selbstmord. Gleichzeitig ein Melodram und auch Sozial-Drama über Stolz, Ehre, Gerechtigkeit, Tradition, Familie, Vergebung, Armut, Leben und Tod. Weiterhin gehört "Harakiri" wohl zu den ungewöhnlichsten und moralisch anspruchsvollsten und nachdenklich stimmendsten Rachefilmen der Filmgeschichte. Der Rächende hält den Verantwortlichen hier gekonnt den (moralischen) Spiegel vor.

Jeder Shot gleicht einem Gemälde, die Musik- und Geräuschkulisse ist grandios. Dazu ist die komplexe Story und dessen Zusammenhänge wie ein Puzzle angeordnet, dass langsam zusammengesetzt wird und dabei einen überraschend hohen Spannungsgrad erzeugt.

Fazit: Ein sich langsam aufbauendes Melodram. Ein genial angeordnetes, spannendes Story-Puzzle und eine grandios durchkomponierte Bildsprache treffen auf eine mehr als systemkritische Auseinandersetzung mit dem Thema. Ein Aufruf zu mehr Menschlichkeit, der durch ausufernden Stolz, Ehre und dem Festhalten an Traditionen zum Schweigen gebracht wird. Optisch wie inhaltlich völlig zurecht als Meisterwerk bezeichnet.

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