Riders of Justice

Riders of Justice ★★★½

Trauer-Arbeit ist eine sehr persönliche Angelegenheit, mit der jeder Mensch anders umgeht. Der Offizier Markus möchte eigentlich nur seine Ruhe haben, sich um seine pummelige Teenager-Tochter Mathilde kümmern und die Trauer über den Verlust seiner Frau in viel Alkohol ertränken. Doch diese Rechnung hat er ohne drei skurrile Gestalten gemacht, die vor seine Tür auftauchen und Markus klar machen, dass seine Frau nach der Wahrscheinlichkeitsrechnung nicht zufällig gestorben ist... und tatsächlich, es gibt gewisse Indizien, die Zweifel aufkommen lassen.

Riders of Justice ist ein mehr als grundsolides Thrillerdrama mit einer tollen Besetzung. Allen voran Mads Mikkelsen, der allen die Show stiehlt und das bravourös. Er spielt den knallharten Offizier Markus, der seine Frau verloren und sich von seiner Tochter entfremdet hat. Nun steht er vor dem Nichts in tiefer Trauer., mit dem Wunsch, den Tod seiner Frau zu rächen und fortwährend damit beschäftigt, eine Beziehung zu seiner Tochter aufzubauen. Zu jeder Sekunde nehme ich Mikkelsen seine Darstellung ab. Mal traurig mal lustig und manchmal irgendwo dazwischen. Mikkelsen ist der Aktivposten des Films. Ich mag diesen Typen einfach. Der Mann ist einfach ein wunderbarer Schauspieler.

Regisseur Andres Thomas-Jensen dürfte, nein sollte Kenner des nordischen Kinos ein Begriff sein. Er ist bekannt für tolle Geschichten mit guten Charakteren und schwarzem Humor. In Reeders of Justice finden wir all das, doch warum vergebe ich hier nur 3 1/2 Sterne?

Der Trailer suggeriert eine Actionkomödie mit dramatischem Einschlag doch ziemlich schnell musste ich feststellen, dass der Film seinen Fokus ganz klar auf Ernsthaftigkeit und Drama ausgelegt hat. Finde ich persönlich nicht weiter schlimm, denn das macht der Film richtig gut. Die drei Typen, die vor der Türe unseres Protagonisten aufkreuzen sind kaputte, aber liebenswerte Gestalten. Sie sind allerdings in vielen Szenen so dermaßen drüber, dass ich dachte, dass hier weniger eindeutig mehr gewesen wäre. Hinzu kommt, dass viele Gags in der deutschsprachigen Synchronisation wohl ihre Wirkung einbüßen.

Alles in allem empfehle ich diesen Film all denen weiter, die mit dem nordischen Kino etwas anfangen können. Ein bitterböses, ernstes und schwarzhumoriges Drama, dessen Nebbencharaktere im vielen Momenten zu überzeichnet sind. Spass hatte ich trotzdem.

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