The Wolf House

The Wolf House ★★★½

Ein Film, den ich mehr bewundern als genießen konnte.

Die Umsetzung der Stop-Motion-Animation ist grandios. Es wird als Grundlage für diese ein Haus verwendet, wobei die Wände als Leinwände für die animierten Figuren fungieren, welche ständig zwischen einer zweidimensionalen und dreidimensionalen Darstellung (Puppen, Pappfiguren etc.) wechseln. Alles Dargestellte unterliegt einem ständigen stilistischen Wandel, wobei Objekte im Boden versinken, in die Wand übergehen oder eine Metamorphose in Plastikfolie durchleben. Hierbei vermischen sich die Darstellungsweisen sogar teilweise in einer Figur. Man kann auch sehr schön nachvollziehen, wie die Aufnahmen hergestellt wurden, da man teilweise die Übermalungen an den Wänden erkennen kann und viel mit bekannten Materialen gearbeitet wird. Dies führt dazu, dass man noch mehr über den unglaublichen Aufwand und die große Kreativität und Originalität staunt.

Leider ist der Film jedoch trotz dieses Aufwands nur wenig unterhaltsam. Die Handlung, dass ein Mädchen aus der Colonia Dignida sich vor derer pädophilem Führer versteckt ist zwar sehr bewegend, aber die Geschichte dreht sich ständig im Kreis. Auch an die kreative Darstellung gewöhnt man sich schnell, wodurch es zu einer gewissen Langeweile kommt, auch wenn die Horrorathmosphäre überzeugend ist.

Zu loben ist jedoch die kindliche Darstellung der Geschichte aus der Sicht des Mädchens. Es handelt sich um einen magischen Realismus, vergleichbar mit Pans Labyrinth, wobei man die Flucht der Protagonistin in eine magische Welt beobachten kann. Hierbei werden ihre Schweine, um welche sie sich kümmert, zu Menschen und der Antagonist zu einem akusmatischem Wolf, welcher ähnlich wie in Evil Dead durch magische Kräfte in das Haus eingreifen kann. Nicht nur die Figuren, auch das Haus führt ein Eigenleben.

Auch die Verbindung zur realen Colonia Dignidad ist hervorzuheben. Der Film wird in Propaganda-Aufnahmen (bin mir nicht sicher, ob echt oder nachgedreht) von dieser eingerahmt und der Antagonist entspricht dem realen Paul Schäfer.

Insgesamt ist der Film aufgrund seiner großartigen Machart und der Tatsache, dass ernsthafter Horror im Animationsfilm gezeigt wird auf jeden Fall sehenswert, es handelt sich aber meiner Meinung nach um eine anstrengende, zuweilen etwas frustrierende Erfahrung.