Papillon

Papillon ★★★★

Der von Franklin J. Schaffner (Planet der Affen, The Boys from Brazil) inszenierte "Papillon" ist ein ebenso fesselnder wie bewegender 70er Jahre-Blockbuster, der mit aufwendigen Kulissen, starkem Schauspiel sowie einer in ihren Grundzügen zwar altbekannten, aber dennoch abwechslungsreichen Geschichte auftrumpft.

In den 1930er Jahren werden hunderte französische Strafgefangene in die Strafkolonie Französisch-Guayana deportiert, wo sie abgeschirmt von der Außenwelt und unter menschenunwürdigen Bedingungen in ewiger Verbannung leben. Zu den Gefangenen gehört auch der aufgrund eines tätowierten Schmetterlings auf seiner Brust von allen nur 'Papillon' gerufene Henri Charrière (Steve McQueen), der wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt wurde, obgleich er wiederholt seine Unschuld beteuert. Während der Überfahrt freundet sich Papillon mit dem Fälscher Louis Dega (Dustin Hoffman) an, welcher in einer Kapsel in seinem Enddarm größere Geldmengen bei sich führt. Da dies unter den Gefangenen jedoch ein offenes Geheimnis darstellt, muss der schmächtige Dega fürchten, dass man ihn töten wird, um an sein Geld zu gelangen. Als Papillon hiervon erfährt, bietet er sich Dega als Leibwächter an. Im Gegenzug soll der Fälscher ihm durch Bestechung der Wärter zur Flucht verhelfen...

"Papillon" erzählt die teils spektakuläre Geschichte eines Mannes, dessen unbändiger Freiheitsdrang ihn trotz aller Folter und allen Elends immer weiter kämpfen lässt. Das mag zwar für den modernen Zuschauer recht beliebig klingen, sind doch seither zahlreiche ähnlich gelagerte Gefängnisfilme erschienen, doch entfaltet Schaffners Werk auch heute noch eine gewisse erzählerische Wucht und weiß auch dank der großartigen Leistungen von McQueen und Hoffman nach wie vor zu begeistern. Als weiterer Vorzug des Films erweist sich zudem, dass "Papillon" nicht ausschließlich innerhalb der Gefängnismauern spielt, sondern durch das tropische Inselsetting zugleich auch einen starken Abenteuercharakter entfaltet. Angesichts dessen lässt sich auch über einige langatmige Passagen - wie etwa die Darstellung von Papillons Einzelhaft - problemlos hinwegsehen.

Erwähnenswert ist außerdem, dass Schaffners Film in einigen Teilen mit nur sehr wenigen oder sogar ganz ohne Dialoge auskommt. Statt auf pathetische Reden setzt Schaffner vielmehr auf die Kraft der Bilder in Kombination mit dem wunderbaren Jerry Goldsmith Score. So wird etwa auch die Freundschaft zwischen Papillon und Dega hauptsächlich anhand von Blicken und Gesten vermittelt.

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