Lust, Caution

Lust, Caution ★★★

Mit Ausnahme der expliziten Sexszenen wird trotz einer Lauflänge von fast 2,5 Stunden vieles nur angedeutet. Beispielsweise werden die schlechten Lebensumstände der chinesischen Bevölkerung während der japanischen Besatzung zwar durch tote Menschen in den Straßen festgelegt. Die tatsächlichen, alltäglichen Probleme gehen aber unter, da sich der Film eher mit Mahjong-Abenden in den höheren Gesellschaftsschichten beschäftigt. Genauso blass bleiben die Figuren, die zwar durch gute Schauspieler verkörpert werden aber vom Skript ohne Facetten dargestellt sind, sodass ich ihr finales Schicksal dann auch recht emotionslos hinnahm. Und selbst der Grund für die Studenten-Rebellen, sich gegen das Regime aufzulehnen, ist durch die politische Lage zwar logisch, im Film aber dennoch nicht greifbar.
Der zentrale Anker ist daher nur die ruchvolle, stark durch sexuelle Gelüste dominierte Affäre zwischen der Laien-Agentin und ihrem Opfer und ein opulent ausgestattetes historisches Setting. Naja, immerhin...

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