8½

★★★★★

Die Geschichte zwischen mir und Federico Fellini's "8 1/2" ist recht umfangreich.
Mit 7 oder 8 Jahren habe ich diesen Film zum allerersten Mal gesehen und ich war gefühlt scarred for life. Das war das erste Mal, dass meine Sehkonventionen stark gebrochen worden sind. Eigentlich wollte ich ihn nie wieder sehen. Damals kannte ich den Titel noch nicht bzw. ich habe ihn mir nicht gemerkt.
Mit 16 Jahren ging dieser Schwur ins Schwanken und ich habe den Film in vielen Besten-Listen gefunden und ich fragte mich: "Mmmh, ein italienischer Film, ganz oben bei den Hollywood-Meisterwerken? Von Federico Fellini? Achteinhalb? Da klingelt doch irgendwas bei den Bildern." Ich habe mich vorsichtig, wie bei "2001: A Space Odyssey", herangetastet und unbedacht die Blu-ray von ARTHAUS (riesen Respekt an die Leute) gekauft. Ich war an dem Abend müde und bin nach den über zwei Stunden nicht eingeschlafen. Aber doch habe das Gefühl gehabt: "Irgendwas an diesem Werk ist immer noch größer als ich." Und dann habe ich den Film erstmal stehen lassen.
So, und jetzt mit fast 18 Jahren habe ich mich zum dritten Mal herangetraut, weil ich kurz zuvor den überragenden "La Dolce Vita" (auch von Fellini) gesehen habe. Und darüber hinaus ist das offiziell der Lieblingsfilm von David Lynch, auch ein Surrealist. Und Fellini ist sein Vorbild gewesen und mit ihm der größte Vertreter des surrealistischen Kinos.
Und jetzt liebe ich den Film wie das Medium selbst und das passiert nicht so oft bei mir.

Ich will nichts über dem Film sagen, außer dass der Film hauptsächlich eine Komödie über einen verzweifelten Regisseur ist.
Ein Schwarzweißfilm, dessen Weiß richtig weiß ist und dessen Schwarz richtig schwarz ist. Wie bei einem alten Foto.

Ein wahrhaftes Meisterwerk, welches einen längeren "Beziehungsstrang" mit mir hat und noch weiter haben wird.

Und... die berühmte Tanzszene, die von Tarantino für "Pulp Fiction" fantastisch geklaut wurde, ist sagenhaft. Und ich habe mich jetzt bei der Szene bewusst vom Stuhl entfernt,mich erhoben und mitgetanzt. Es war mir völlig wurscht, wie kurz die Szene war, es hat bis zum Glühen der Füße Spaß gemacht.

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