Licorice Pizza

Licorice Pizza ★★★★★

Wann immer ich mich mal fragen sollte, ob ich noch Lust auf Film und Kino habe, ob ich vielleicht „zu viel“ gesehen habe, ob der Beruf das Hobby zum Stresstest verkommen lässt, immer dann muss ich künftig lediglich hieran denken und wie es sich angefühlt hat, zwei Stunden in eine Zeitperiode transportiert worden zu sein, die ich nie gekannt habe, die mir aber selten so vertraut vorkam. Vermutlich auch, weil die Figuren allesamt genau so sind, wie ich mir meine Freunde, meine Familie immer gewünscht habe. Paul Thomas Anderson wabert fast traumwandlerisch durch seine eigene Kindheit, erzählt von der Liebe, vom Erwachsenwerden und Identität ganz selbstverständlich, ganz nebenbei, während das Tempo für keine Situation länger als 5 Minuten pausiert. „Licorice Pizza“ wird dabei schräg, brüllend komisch, fährt mit Bradley Cooper einen der besten Charaktere der Filmgeschichte auf, ist modern wie auch altbacken im besten Sinne, ist so cool wie „Once Upon a Time in Hollywood“, so virtuos inszeniert wie „Boogey Nights“, ist brillant gespielt und geschrieben und ausgestattet und ach…

„Licorice Pizza“ ist einer dieser Filme, für die ich ins Kino gehe. Tut es mir am besten einfach gleich

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