Kong: Skull Island

Kong: Skull Island ★★★½

Nach Peter Jacksons King Kong (2005) wagt sich diesmal Regie-Neuling Jordan Vogt-Roberts an den Riesenaffen. Mit bewährten Franchises zu arbeiten ist ja nicht immer ganz einfach, was zuletzt auch Gareth Edwards mit seinem Godzilla (2014) zu spüren bekam. Roberts stellt sich bei Kong: Skull Island aber geschickter an, nimmt die bekannte Geschichte und klatscht einen riesigen Instagram-Filter darüber - und es funktioniert.

Im Kern haben wir es mit einer klassischen King Kong-Abenteuer-Story zu tun: Wissenschaftler entdecken unbekannte Insel, Team aus Forschern und Army wird zusammengestellt um die Insel zu erkunden, dringen damit in fremdes Territorium ein, Fauna reagiert entsprechend wütend. Das ganze wird in unfassbar schönen Bildern und Einstellungen präsentiert, besitzt der Film doch einen Look, der irgendwo zwischen Apocalypse Now (sogar die bekannte Hubschrauber-Szene wird honoriert) und Mad Max: Fury Road. Alles wirkt überstilisiert, Slow-Motion-Kamerafahrten, Explosionen. Und das macht Spaß! In seinen zwei Stunden Laufzeit fährt der Film fast durchgehend hohes Tempo, erzählt die Story aus der Sicht von drei verschiedenen Gruppen, die auf der Insel verstreut sind, sodass man ständige Szenenwechsel und neue Gefahren geboten bekommt.

Wenn man sich so extrem auf seinen Look, die tollen Spezialeffekt und viel Wumms konzentriert, bleibt leider oft eines auf der Strecke - die Story. So auch hier. Die ist im Grunde in drei Sätzen erzählt und einen Twist oder größere Überraschungen gibt es nicht. Die Riege der Darsteller kann sich zweifelsohne sehen lassen und fährt mit Hiddleston, Jackson, Larson und Goodman ein paar Hochkaräter auf. Das Script gibt ihnen nur leider überhaupt keine Entfaltungsmöglichkeiten, sodass die Figuren stets eindimensional wirken. Da hat Kong selbst noch die größte Personality, aber vielleicht war ja auch genau das der Plan.

Unter dem Mantel der Explosionen und unterhaltsamen Achterbahnfahrt scheint in manchen Szenen vielleicht sogar etwas Gesellschaftskritik durch. Zum Beispiel wenn das US-Army-Team zum ersten mal über die neu entdeckte Insel fliegt und sogleich Bomben abwirft, um die Insel kartografieren zu können. Zu rockiger Musik aus den Lautsprechern am Helikopter sieht der Zuschauer, wir Flora und Fauna weggesprengt werden. Überhaupt werden die Soldaten hier als eiskalt dargestellt, die auf alles schießen, was sie nicht kennen. Shoot first, think later.

Kong: Skull Island ist die Sorte Bombast-Kino, dem man seine Fehler zwar ankreidet, aber gerne auch wieder vergisst. Zwei Stunden brachiale Monster-Action ohne große Längen und mit fantastischen Bildern.

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